Produktivität steigern - Mit der Deep Work Methode

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Du hast keine Zeit mehr in deinem Leben und hast das Gefühl beschäftigt zu sein? Vielleicht liegt es aber auch deinem Zeitmanagement. Je intensiver du arbeitest und je mehr Ablenkungen du los wirst, desto höher steigt deine Produktivität und desto mehr Dinge bekommst du erledigt. Wenn du viele Dinge erledigt bekommst, hast du auf einmal Zeit für neue Aufgaben.

Mit der Deep Work Methode zeigen wir dir, wie du in einen Zustand produktiver Arbeit kommst und wie du durch intensive Arbeit deine Aufgaben und Ziele schneller und besser erreichst.

Was ist die Deep Work Methode?

Vielleicht hast du in der letzten Zeit plötzlich häufiger von Deep Work gehört. Der Begriff Deep Work und die damit verbundene Methode wurde vom Informatiker Cal Newport in seinem Buch „Deep Work - Rules for focused success in a distracted world“ geprägt.

Der Begriff Deep Work beschreibt einen ablenkungsfreien Zustand, in dem es zu absoluter Konzentration kommt. Durch absolute Konzentration können die kognitiven Fähigkeiten des Gehirns an ihre Leistungsgrenzen kommen. 

Der Zustand der Deep Work ist in unserer heutigen, abgelenkten Welt schwierig aufrecht zu erhalten und zu wiederholen. Die Deep Work Methode gibt Hilfestellungen darüber, wie man in diesen Zustand gelangt. Dem Begriff der Deep Work steht die sogenannte Shallow Work gegenüber.  

Was ist Shallow Work? 

Shallow Work ist das Gegenteil von Deep Work. Es handelt sich um Aufgaben, die unter Ablenkung durchgeführt werden können, keine kognitiven Höchstleistungen erfordern und oft einfach geprägter Natur sind. Das Checken von Emails, Meetings und das „Arbeiten“ auf Social Media Plattformen gehören dazu. Natürlich kann man nicht gänzlich auf Shallow Work verzichten, aber man sollte sich ihrer bewusst werden und sie möglichst stark zeitlich einschränken. 

Was bringt Deep Work? 

Wer absolut konzentriert und ablenkungsfrei arbeitet, der kann seine täglichen und wöchentlichen Ergebnisse verdoppeln, vervierfachen oder sogar noch weiter erhöhen. Das geht nicht nur mit mehr Erfolgen bei der Arbeit oder dem eigenen Unternehmen daher, sondern du wirst dich auch glücklicher und erfüllter fühlen.

Deep Work kann dir in allen Bereichen deines Lebens Mehrwerte schaffen, egal ob du etwas lernst, etwas programmierst, etwas schreibst oder ein Musikinstrument spielst. Die Deep Work Methode erlaubt es dir mehr von dem zu schaffen, was die Arbeit am Ende wirklich erfolgreich macht und so auch wieder mehr Zeit für mehr Projekte oder andere Dinge zu haben. 

Die folgenden Methoden und Tipps sollen dir dabei helfen den Zustand der Deep Work zu erreichen:

1. Plane deine Tage im Vorfeld & definiere deine Aufgaben richtig 

Jeden Tag musst du unzählige Entscheidungen treffen. Die Entscheidung was als nächstes zu tun ist enthält das meiste Betrugsrisiko. Ist jetzt wirklich Deep Work an der Reihe oder sollten nicht viel eher mal wieder die Emails gecheckt werden? Um das zu vermeiden, planst du deine Tage und idealerweise deine ganze Woche im Vorfeld. Das mag sehr umständlich erscheinen und du wirst am Anfang nicht perfekt darin sein. Indem man seine ganze Woche im Vorfeld plant zwingt man sich realistisch und rational zu planen. Zu denken und zu definieren was zu tun ist, hilft dabei in den Zustand der Deep Work zu gelangen. 

Hauptaufgabe dieser Planung ist es, die Entscheidung was als nächstes ansteht abzunehmen und so die Produktivität und Effizienz zu erhöhen und Ablenkungen aus dem Alltag zu vertreiben. 

Ein weiterer Vorteil ist das richtige Definieren von Aufgaben.

Gehe mit der Fragestellung heran: Wenn ich heute nur diese eine Aufgabe erledigt bekommen würde — wäre ich dann zufrieden? Falls es die eine Aufgabe schafft dich zufrieden zu stellen handelt es sich wahrscheinlich um Deep Work. Aufgaben, die dich zufriedenstellen machen dich in deinem Tag produktiv. 

Versuche deine Aufgaben in kleinere Teilaufgaben zu zerlegen. Diese Teilaufgaben sind überschaubarer und motivieren dich anzufangen. Gleichzeitig geben aufgeteilte Aufgaben eine feste Struktur vor, an welcher man sich orientieren kann. Gehe durch deine Woche und frage dich, ob du bei einer Aufgabe nicht weisst, wie du vorgehen solltest. Wenn das der Fall ist: Nimm diese Aufgabe und zerlege sie in kleinere Teilaufgaben. Die Teilaufgaben können konzentriert in Deep Work am Stück abgearbeitet werden.  

Blicke regelmässig auf deine Woche zurück und reflektiere über die kommende Woche.

Brainstorming kann dabei helfen, deine Projekte zu optimieren. Im Idealfall sollte erst überlegt werden ob es möglich ist, eine Aufgabe weg zu rationalisieren, statt sie zu automatisieren oder zu optimieren. Dieser Denkansatz stammt von Timothy Ferriss aus seinem Buch „Die 4-Stunden Woche“. 

Reflektiere regelmässig über den aktuellen Stand deiner Projekte. Frage dich, wie gut du in den vergangenen Tagen in den Zustand der Deep Work kamst und wie produktiv du bei deinen Projekten voran kamst. Blicke zurück und werte aus: Was hat gut geklappt? Was wurde bei der Zeitaufteilung unter oder überschätzt? 

Plane freie Zeit in deinen Zeitplan 

Als Anfänger bringt es nichts jede Minute zu verplanen. Du wärst zwar unglaublich produktiv, aber für die meisten unter uns wäre das erstmal nicht realistisch. 

Selbst professionelle Anwender der Deep Work Methode verplanen in der Regel nicht mehr als 80% ihrer Arbeitswoche. Diese freie Zeit ermöglicht es auch noch spontan zu reagieren und Fehlplanungen auszugleichen. 

Wenn du gerade erst mit der Deep Work Methode anfängst, wird die Anzahl deiner fehlerhaften Planungen vermutlich noch höher sein. Hier lohnt es sich mehr Zeit einzuplanen. 

 2. Verzichte auf Multitasking jeglicher Art — damit ist Deep Work nicht möglich 

Multitasking ist mit Deep Work nicht möglich. Umgekehrt verhindert Multitasking Deep Work, du solltest also nicht versuchen, mehrere Dinge zur gleichen Zeit zu machen. Multitasking kann dafür sorgen, dass Aufgaben schnell doppelt so lange dauern. 

Neben Multitasking sollte auch auf den schnellen Wechsel zwischen Aufgaben verzichtet werden. Schnell mal die Sozialen Netzwerke oder  die Emails checken, ist mit einem hohen kognitiven Aufwand verbunden. Beim Wechsel von einer Aufgabe zu einer anderen Aufgabe kommt es zum Verlust des begrenzten Focus und der mentalen Kraft. 

3. Führe wertvolle Rituale ein um in Deep Work zu gelangen 

Jeden Tag müssen wir alle unzählige Entscheidungen treffen. Was ziehe ich heute an? Was soll ich heute kochen? Muss ich heute duschen? Jede dieser Entscheidungen braucht unseren Fokus und unsere mentale Kraft, und jede dieser Entscheidungen ist ein potentielles Risiko in Shallow Work zu verfallen. 

Es ist hilfreich bei den täglichen Aufgaben auf Autopilot zu schalten. Morgenrituale und Routinen können dir dabei helfen, deinen Tag produktiv zu starten. Hast du schon die Übungen von Hug getestet? Seine morgendlichen Übungen zum wach werden findest du bei uns im Blog. Führst du schon ein 5 Minuten Journal? 

All diese Dinge können dabei helfen, dir Entscheidungen abzunehmen. Die Zeit am frühen Morgen sollte idealerweise für Deep Work genutzt werden. Nach dem Aufstehen bist du so fokussiert wie nie, da wäre es doch schade diese Zeit mit Shallow Work, wie dem Checken der Emails oder dem Prüfen vom Smartphone zu verschwenden . 

4. Plane Pausen von der Deep Work — aber nicht spontan durch Ablenkungen

Pausen sind ein fester Bestandteil von jedem Lernprozess. Lerne bewusste Pausen in deine Deep Work einzubauen. Diese Pausen dürfen aber nicht durch Ablenkungen entstehen, stattdessen sollten Pausen bewusst geplant werden. So lässt sich der Wechsel in Shallow Work und Multitasking vermeiden. 

Die intensive Arbeit sollte der wichtigste Teil deiner Aktivität sein und die Pausen werden aussen herum geplant. Lass deine Pausen nicht deine intensive Arbeit durchkreuzen. 

5. Lerne Langeweile zu haben 

In unserer heutigen Welt, wo wir an der Supermarktkasse und in der Bahn zum Smartphone greifen um uns abzulenken, ist Langweile ein Zustand den es nicht mehr gibt. 

Bei der Deep Work wollen wir genau diese Ruhe und Ablenkungsfreiheit spüren. Der dafür notwenige Paradigmenwechsel im Leben heisst: Langeweile. Versuche an der Supermarktkasse nicht zum Smartphone zu greifen, versuche in der Bahn aus dem Fenster zu schauen. Gewöhne dir doch diese kleinen Schritte an, abzuschalten und nichts zu tun. Keine Musik, kein Buch und erst recht kein Smartphone. 

Meditation und andere Übungen können dabei helfen deinen Fokus noch weiter zu trainieren. 

Auch Sportarten wie Slacklining verbessern deinen Fokus und deine Aufmerksamkeit. 

6. Verzichte auf Benachrichtigungen, die dich aus der Deep Work reissen 

Ding — Trrrrr — Gong, es gibt viele Töne die dich aus der Deep Work reissen. Gewöhne es dir an, dein Smartphone und deinen Laptop mindestens auf lautlos zu schalten, Push-Benachrichtigungen zu deaktivieren und dein Smartphone ausgeschaltet ausserhalb von deiner direkten Reichweite zu positionieren. 

Wenn du später nach der Deep Work auf dein Smartphone schaust — was du direkt danach nicht tun solltest — wirst du nicht von einer Flut von Mitteilungen bombardiert. Stattdessen kannst du in die Apps gehen, deren Informationen du möchtest und sie gezielt abrufen. Informationen gezielt abzurufen statt sie zur Unterhaltung zu konsumieren ist ein Entschluss, der die Produktivität radikal anhebt. 

7. Verzichte auf Social Media (während der Arbeit)

Social Media Plattformen haben ein Ziel — deine Zeit und deine Aufmerksamkeit auf ihrer Plattform zu maximieren, um sie an Werbekunden verkaufen zu können. Für die Aggregation von Aufmerksamkeit geben Plattformen wie Instagram, Facebook, Twitter und TikTok Milliardenbeträge aus.

Entscheide selber über deine Aufmerksamkeit und sage bewusst „Nein“. Die Algorithmen sind dazu gemacht dir Inhalte zu zeigen, welche dich unterhalten. Nutze die Plattformen maximal noch zur Content Erstellung, aber entziehe dich dem Konsum. 

Die meisten Menschen benutzen eine Social Media Plattform, wenn sie irgendeinen Nutzen aus ihr ziehen oder Angst haben, irgendetwas zu verpassen. Mache es besser indem du gezielt an die Plattform herangehst und dir die Frage stellst: Ist diese Funktion für mein langfristiges Glück und meinen langfristigen Erfolg hilfreich oder hinderlich? Wenn etwas dich zum Konsum bringt und deine Aufmerksamkeit besetzt, dann ist es hinderlich (bei der Arbeit).

8. Finde eine Abschluss Routine, um klar mit der Arbeit aufzuhören 

Arbeit ist wichtig im Leben, aber nach getaner Deep Work hilft es abzuschalten. Gehe nach deiner Deep Work nicht direkt an dein Smartphone. Lerne die Langeweile willkommen zu heissen und treffe dich mit Freunden & Geschäftspartnern. Betätige dich sportlich und sammle Momente, an die du dich dein Leben lang erinnern wirst. Frage dich: Macht mich das langfristig glücklich und bringt es mich meinen Zielen näher? 

Manchmal ist es schwierig abzuschalten. Da hilft es alle arbeitsbezogenen Geräte und Anwendungen zu schliessen und auf stumm zu schalten. Finde eine Routine, mit der du deinen Arbeitstag klar beendest und deinem Gehirn Bescheid gibst, dass es sich erholen kann. Beispiele dafür wären Sport oder besondere Freizeitaktivitäten. 

Deep Work — Effizient, konzentriert und produktiv arbeiten 

Nun bist du am Ende von diesem Artikel angekommen. Wir hoffen, er hat dir erfolgreich gezeigt wie du die Deep Work Methode in dein Leben implementieren kannst um so effizient, konzentriert und produktiv zu arbeiten. 

Natürlich musst du nicht alle Methoden auf einmal umsetzen um erfolgreicher zu werden. Gehe gerne auch Schritt für Schritt vor und analysiere wie deine Produktivität dadurch wächst. Die Deep Work Methode wird dein Leben verändern, wenn du dich darauf einlässt. 

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