Koffeinabhängigkeit — Bin ich koffeinsüchtig?

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Du beschliesst mit dem Trinken von Kaffee aufzuhören oder denkst darüber nach? Beim Entzug von Kaffee kann es zu unangenehmen Entzugserscheinungen kommen, aber ist Kaffee überhaupt eine Droge und wann bin ich koffeinsüchtig? In diesem Beitrag erfährst du alles über Koffeinabhängigkeit und findest die Antwort auf die Frage: „Bin ich Koffeinsüchtig?“.

Ist Koffeinabhängigkeit eine Sucht?

Milliarden von Menschen auf der Welt trinken regelmässig koffeinhaltige Getränke. Egal ob Kaffee, grüner Tee oder Energiedrink — sie alle enthalten Koffein. Damit gehört Koffein zu den verbreitetsten stimmungsverändernden Substanzen auf der Welt. Die Menschen lieben seit Jahrhunderten Energie, Aufgewecktheit und Konzentration, die der Kaffee am Morgen schenkt. Für viele ist es ein Genussmittel und eine treue Tradition, ein morgendliches Ritual, das sie durch das Leben hinweg begleitet.

Aber kann Kaffee wirklich eine Sucht sein, wenn er so verbreitet ist? Im folgenden betrachten wir die wissenschaftliche Definition einer Sucht.

Was ist die Definition einer Sucht?

Mediziner kennen in der Regel sechs Anzeichen für die Sucht nach einer
stimmungsverändernden Substanz. Beim Auftreten von mindestens dreien dieser Anzeichen gleichzeitig ist es ein deutliches Zeichen für eine Sucht. Hier stellen wir die sechs Anzeichen im Folgenden vor.

1. Abhängigkeit

Du sehnst dich nach Koffein z.B. am Morgen und hast ein starkes, manchmal unwiderstehliches Verlangen nach dem Konsum von z.B. Kaffee.

2. Kontrollverlust

Du hast Probleme, den Zeitpunkt und die Dauer des Konsums zu steuern. z.B. Du brauchst deinen Kaffee am Morgen — egal was ansteht

3. Entzugssymptome

Wenn du morgens keinen z.B. Kaffee hattest, bekommst du psychische und physische Entzugserscheinungen wie z.B. Antriebslosigkeit und Müdigkeit.

4. Toleranzentwicklung

Während zu Beginn noch eine Tasse Kaffee am Tag gereicht hat, bist du mittlerweile bei 6 Tassen angekommen, um die gleiche Wirkung zu erreichen.

5. Vernachlässigung von Aufgaben

Die Beschaffung von Koffein und der Konsum bestimmen dein Leben. Planst du deine Ausflüge entlang des nächsten Starbucks?

6. Konsum trotz negativer Konsequenzen

Auch wenn du Herzrasen und andere Nebenwirkungen von Kaffee bekommst, hältst du am Konsum fest und schaffst es nicht aufzuhören. Dieser Konsum trotz negativer Konsequenzen ist ein weiteres deutliches Anzeichen.

Wie gefährlich ist eine Koffeinabhängigkeit?

Vielleicht hast du festgestellt, dass für dich mehrere dieser Eigenschaften zutreffen. Das heisst du bist möglicherweise koffeinabhängig, aber wie gefährlich ist die Koffeinabhängigkeit überhaupt?

Keine Sorge, glücklicherweise wird die Koffeinabhängigkeit als sogenannte „harmlose“ Sucht bezeichnet und angesehen. Das liegt an folgenden Argumenten:

  • Koffeinentzug ist verglichen mit anderen Drogen sehr kurzlebig
  • Koffeinabhängigkeit zerstört kein Leben und tötet nicht
  • Der Konsum von Koffein in flüssiger Form, aufgelöst in Kaffe und Tee, hat eine lange Geschichte im sicheren Konsum
  • Der Konsum von Koffein ist kulturell und gesellschaftlich akzeptiert

Warum sollte man dann überhaupt von Koffein und koffeinhaltigen Getränken wegkommen, wenn es ein gesellschaftlich akzeptiertes Laster ist? Koffein hat nicht nur Nachteile, im Folgenden haben wir die Vorteile und die Nachteile von Koffein erläutert.

Was sind die Vorteile von Koffein?

Koffein macht fit und wach am Morgen und am Abend. Das erreicht Koffein durch die Erhöhung vom Neurotransmitter Dopamin — dieser macht dich wach und fit. Dopamin erhöht die Konzentration und Gedächtnisleistung, damit sorgt es dafür, dass du z.B. besser lernen kannst oder anders gesagt besser funktionierst.
Zusätzlich kann Koffein auch gegen Krankheiten unterstützend helfen, Diabetes und Alzheimer sind nur zwei Beispiele dafür.

Wenn Koffein so viele Vorteile hat, stellt sich die Frage, ob die Vorteile nicht locker die Nachteile und Nebenwirkungen überbieten.

Was sind die Nachteile von Koffein?

Wir kennen es fast alle: Abends noch einen Kaffee getrunken und dann wird es mit dem Schlaf manchmal schwierig. Koffein hält uns in der Nacht wach — gewollt oder ungewollt. Das ist mit einem Anstieg der Stresshormone verbunden. Durch den Anstieg von Cortisol und Epinephrin im Blut fühlst du dich wacher, aber auch gestresster, ängstlicher und bist leichter reizbar.

Neben den Stresshormonen können Herzrasen und Herzklopfen auftreten. Falls es auch schon zuvor Symptome von Angstzuständen und Attacken von Panik gab, werden diese durch Koffein verstärkt.

Koffein beeinflusst nicht nur das Herz-Kreislaufsystem, sondern auch die Verdauung negativ. Verdauungsstörungen und Sodbrennen stehen oft mit einem Überkonsum von Kaffee im Zusammenhang.

Auch neuronal schlägt Koffein zu. Es beeinflusst Neurotransmitter wie Dopamin, Adrenalin und viele andere. Angst und Schlaflosigkeit sind die Folge der Hemmung von Neurotransmittern wie GABA, welche eine beruhigende Wirkung haben.

Die neuronalen Einflüsse haben Folgen von Schlaflosigkeit, über eine überaktive Libido, bis hin zu selbstzerstörerischen Verhaltensweisen. Mittlerweile ist es wissenschaftlich belegt, dass Koffein stärker süchtig macht als zuvor lange
Zeit angenommen. Bereits der Verzicht auf Koffein über 12-24 Stunden führt in der Regel zu starken Entzugserscheinungen.

Wie du siehst, ist Koffein gefährlicher als man im ersten Moment glauben möchte. Eine logische Konsequenz kann ein Koffeinentzug sein.

Wie klappt der Koffeinentzug?

Hier zeigen wir dir wie es mit dem Koffeinentzug endlich klappt. Hierfür schauen wir uns den Koffeinentzug genauer an, um ihn besser zu verstehen.

Symptome im Koffeinentzug

Viele Menschen zeigen verschiedenste Sorten von Symptomen. Angefangen bei einem allgemeinen Unwohlsein bis hin zu schweren Grippesymptomen.
Eines der häufigsten Symptome sind die sogenannten „Koffeinentzug-Kopfschmerzen“, die über 50% aller Menschen betreffen, welche mit dem Koffeinkonsum aufhören. Dabei reicht bereits ein leichter Rückgang des Koffeinentzugs aus, um Nebenwirkungen auszulösen. Die häufigsten Nebenwirkungen des Koffeinentzugs sind Müdigkeit (insbesondere am Morgen),
Reizbarkeit, Schwächen in der Konzentration, Depressionen und eine niedrige Motivation, verbunden mit einem geringen Energie-Level.
Je mehr Koffein konsumiert wurde, desto stärkere Nebenwirkungen sind zu erwarten. So ist zum Beispiel Kaffee um ein vierfaches stärker als grüner Tee.

Wie lange dauert ein Koffeinentzug?

Der Koffeinentzug dauert in der Regel bis zu 12 Tage. Nach dieser Zeit sollten die schlimmsten Nebenwirkungen verflogen sein. Meistens beginnen die Entzugserscheinungen innerhalb von 12-24 Stunden oder mit einer Verzögerung von bis zu 36 Stunden. Ihren Höhepunkt haben sie zwischen 20 und 50 Stunden.
Innerhalb von 2 bis 9 Tagen sollten die schlimmsten Symptome dann endlich vorüber sein.

Kalter Entzug oder langsamer Ausstieg aus der Koffeinabhängigkeit?

Zum Entzug von einer Substanz gibt es zwei Möglichkeiten. Den sogenannten kalten Entzug (hierbei wird plötzlich komplett verzichtet) oder den sogenannten langsamen Ausstieg. Bei leichten Abhängigkeiten kann der kalte Entzug funktionieren. Je stärker jedoch die Abhängigkeit ist, desto mehr empfehlen wir dir den langsamen Ausstieg.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass kleine Schritte dir die Zeit geben, dein Gehirn an die neue Gewohnheit zu gewöhnen. Durch die kleinen Schritte werden Entzugssymptome minimiert und damit gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit rückfällig zu werden. Ein einfacher Plan um mit dem Koffein Konsum aufzuhören ist die 25% Methode zur Minderung der Entzugserscheinungen.

Die 25% Methode zur Minderung der Entzugserscheinungen

Die 25% Methode funktioniert auf die folgende Art und Weise. Tausche jede Woche 25% deiner normalen Kaffeemenge durch koffeinfreien Kaffee. In der ersten Woche trinkst du 75% normalen Kaffee und 25% koffeinfreien Kaffee, während du in der zweiten Woche nur noch 50% des normalen Kaffees trinkst. Die letzte Woche kommt mit 25% der normalen Kaffeemenge aus. Mit dieser Methode bist du bereits nach 3 Wochen kaffeefrei. Und das beste — ganz ohne starke Entzugserscheinungen.

Wage jetzt den nächsten Schritt in ein koffeinfreies und selbstbestimmtes Leben.

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