Nahrungsergänzungsmittel - die 7 grössten Fehler

Drei Nahrungsergänzungsmittel Kapseln, Wasserglas mit Schatten

Nahrungsergänzungsmittel können manchmal wahre Wunder wirken. Dennoch passieren of Fehler bei der Auswahl oder Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier erfährst du, worauf es beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln ankommt, und welche Fehler häufig gemacht werden, bzw. wie man diese am besten vermeidet. Für eine maximale Wirkung bzw. den gewünschten Effekt.

Fehler 1: Zu hohe oder zu tiefe Dosierung

Vom Schweizer Arzt Paracelsus, der im 15. Jahrhundert lebte, stammt dieses Zitat, welches auch heute noch gütig ist:

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. - Paracelsus

Auf Nahrungsergänzungsmittel umgelegt bedeutet das, dass die Inhaltsstoffe 1) stark genug dosiert sein müssen damit sie einen Effekt haben können, gleichzeitig 2) nicht zu hoch dosiert sein dürfen, da sie sonst gesundheitlich bedenklich sein könnten.

Wie findet man heraus, ob ein Nahrungsergänzungsmittel zu hoch dosiert ist? Nahrungsergänzungsmittel die in der Schweiz hergestellt und vertrieben werden, unterliegen der strengen Aufsicht der jeweiligen Kantonalen Behörden. Diese stellen sicher, dass Produkte keine gesundheitsschädlichen Mengen einen Inhaltsstoffes enthalten. Bei Produkten aus dem Ausland, unter anderem auch aus den USA, werden oft andere Massstäbe angewandt. Im Zweifelsfall raten wir dazu, vor dem Kauf von ausländischen Produkten erst in einer Apotheke oder Drogerie abzuklären, ob die enthaltene Menge auch verträglich ist.

Etwas schwieriger ist es herauszufinden, ob ein Wirkstoff ausreichend dosiert ist. Premium Anbieter wie auch VITPEB formulieren ihre Produkte in der Regel auf Basis von wissenschaftlichen Studienergebnissen. Dabei ist es zentral, dass wenn ein Effekt nachgewiesen wird, die Dosierung im Produkt gleich hoch bleibt. Denn bei einer tieferen Menge kann es sein, dass der Effekt nicht mehr eintritt. Wie kann man also sicherstellen, dass man genug von einem Inhaltsstoff erhält? Entweder durch den kauf von hochwertigen Produkten aus nachvollziehbarer Quelle und/oder durch eine kurze Recherche der Studien im Internet.

Fehler 2: Ungesunde Ernährung durch ein Multivitamin kompensieren 

Das Versprechen klingt fast zu gut um wahr zu sein. Eine Pille pro Tag und man muss sich um die Nährstoffversorgung keine Sorgen mehr machen. Schliesslicht, so die Annahme, wären ja alle wichtigen Vitamine und Mineralien abgedeckt.

Leider ist das Versprechen, dass viele Anbieter von Multivitamin Präparaten in dieser Form direkt oder zumindest implizit abgeben meist falsch. Selbst heutzutage in unserer schnelllebigen Welt wo frisch Kochen bei vielen immer mehr die Ausnahme als die Regel ist, nehmen wir die meisten Nährstoffe ausreichend über unsere Diät zu uns. Multivitamin Nahrungsergänzungsmittel können dazu führen, dass gewisse Nährstoffe in Kombination mit der Nahrung sogar überdosiert werden und dann über den Körper ausgeschieden werden, was Leber und Nieren unnötig belasten kann.

Darüber hinaus hat der Wunsch nach einer gesunden Lebensführung durch die Einnahme von Multivitamin Präparaten oft das Gegenteil zur folge. Da wir eine "alles was ich brauche" Multivitamin Tablette nehmen, sinkt tendenziell die Hemmschwelle sich weniger gesund zu ernähren - man ist im Glauben, über das Multivitaminpräparat ohne hin "gut abgedeckt" zu sein. Dies ist meist jedoch leider nicht der Fall.

Fazit: Versuchen sich ausgewogen zu ernähren und nur jene Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, bei denen man einen Mangel vermutet oder deren gezielten Effekt man erreichen möchte.

Fehler 3: Synthetische statt natürliche Version eines Inhaltsstoffes (Bioverfügbarkeit)

Ein wichtiges Thema wird bei Nahrungsergänzungsmitteln of zu wenig adressiert: die Bioverfügbarkeit. Bioverfügbarkeit von Nahrungsergänzungsmitteln ist ein Mass dafür, wie viel eines Stoffes, den man einnimmt, auch tatsächlich vom Körper verarbeitet werden kann und dem Körper zur Verfügung steht. 

Warum das wichtig ist, ist einfach erklärt. Angenommen, man möchte z.B. 300mg Magnesium pro Tag einnehmen. Man geht in die Apotheke und erhält zwei Produkte, nennen wir sie "A" und "B", angeboten. Produkt "A" und "B" enthalten gemäss Etikett beide genau gleich viel Magnesium. Dennoch kann der Körper die beiden Produkte unterschiedlich gut aufnehmen und verarbeiten. Eines der beiden Produkte ist bioverfügbarer als das andere, also in dieser Hinsicht "besser". Gerade Magnesium ist ein gutes Beispiel, gibt es doch >10 verschiedenen Varianten von Magnesium.

Wovon hängt die Bioverfügbarkeit also ab? Neben der chemischen Zusammensetzung sowie der Herstellungswiese einer Zutat, hängt deren Bioverfügbarkeit u.a. von folgenden Faktoren ab:

  • Form der Einnahme (Pulver, Kapsel, Flüssigkeit, etc.)
  • Zeitpunkt der Einnahme
  • Zustand des Körpers bei der Einnahme
  • Insbesondere auch Zustand des Darms
  • Interaktion mit anderen Zutaten (siehe dazu auch "Fehler 4: Eisen falsch kombinieren")
  • Aufbewahrungsform

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Vitamin C (als Beispiel) nicht gleich Vitamin C ist. Wichtig ist auch, ob das jeweilige Präparat in einer bioverfügbaren Form vorliegt, und bei der Formulierung auf Interaktionen zwischen den Wirkstoffen geachtet wurde.

Fehler 4: Eisen falsch kombinieren (betrifft auch Nahrungsmittel)  

Zahlreiche Frauen, aber auch einige Männer leiden unter einem Eisenmangel. Dem kann man mit Eisen Nahrungsergänzungsmitteln entgegenwirken. Dabei werden aber oft Fehler gemacht, die dazu führen, dass der eigene Körper das Eisen nicht gut aufnimmt bzw. verarbeitet.

Zu den häufigsten Fehlern zähle die falsche Kombination von Eisen und Nahrungsmitteln. Folgende Nahrungs(ergänzungs)mittel sollten nicht mit Eisen kombiniert werden bzw. können bei gleichzeitiger Einnahme die Aufnahmefähigkeit des Körpers gegenüber Eisen reduzieren:

  • Kurkuma
  • Grün Tee und Kaffee
  • Mariendistel
  • Kalzium und kalziumhaltige Zutaten (u.a. Milch, Joghurt, Käse)
  • Tannine (u.a. in Weintrauben enthalten)

Folgende Zutaten können die Aufnahmefähigkeit des Körpers hinsichtlich Eisen verbessern:

  • Vitamin C und alle Vitamin C haltingen Nahrungsmittel
  • Citrussaft oder -früchte
  • Fleisch
  • Fisch

Fehler 5: Auf leeren Magen oder kombiniert mit der Nahrung - es kommt darauf an

Viele kennen das unangenehme Gefühl, nach der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auf leeren Magen. Das hat in der Regel damit zu tun, das eine Einnahme zusammen mit Nahrung empfohlen wird. Bei anderen Nahrungsergänzungsmitteln wiederum wir explizit eine Einnahme auf leeren Magen empfohlen. 

Hier erfährst du, welche Arten von Nahrungsergänzungsmitteln idealerweise auf leeren Magen eingenommen, und welche mit Essen oder einem Smoothie zusammen genommen werden sollten. Wie immer ist dies jedoch auch vom jeweiligen Produkt abhängig. Im Zweifelsfall am besten auf der Hersteller Website nachlesen oder bei einer Fachperson nachfragen.

Folgende Arten von Nahrungsergänzungsmitteln sollten auf leeren Magen eingenommen werden:

  • Probiotika
  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Vitamin B
  • Eisen 

Diese Arten wiederum sollten idealerweise mit Nahrung eingenommen werden:

  • Magnesium
  • Omega 3
  • Vitamin B-Komplex
  • Multivitamine

Fehler 6: Probiotikum ohne Präbiotikum nehmen

Probiotika sind Nahrungsmittel oder auch Nahrungsergänzungsmittel die lebende Organismen (u.a. Bakterien) enthalten, welche sich positiv auf unsere Darmflora auswirken sollen. Bei manchen Lebensmitteln ist das von Natur aus der Fall, bei Nahrungsergänzungsmitteln sind diese Organismen der Grund, warum wir diese überhaupt erst konsumieren. 

Zu probiotischen Lebensmitteln zählen unter anderem Kimchi, Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Miso, Kombucha. 

Präbiotika sind einfach gesprochen die Nahrung für Probiotika. Wichtig bei der Einnahme von Probiotika ist, diese entweder mit Präbiotika zu kombinieren oder letztere über die normale Ernährung zu sich zu nehmen.

Fehler 7: Nicht auf Qualität achten (ganz einfach mit unserer Checkliste)

Die Nahrungsergänzungsmittel Branche ist je nach Land unterschiedlich stark reguliert. Während in der Schweiz und teilweise auch in der EU sehr strenge Vorschriften und Qualitätsstandards vorherrschen, ist das in anderen Länder nicht immer der Fall.

Auf folgende Qualitätsmerkmale kann man achten um herauszufinden, ob es sich um ein Qualitätsprodukt handelt:

  • Wo wurde das Produkt hergestellt (dabei nicht durch "formuliert in" täuschen lassen - "Entwickelt in der Schweiz" bedeutet meist nur, dass diese Produkte weniger strengen Vorschriften kostengünstig im Ausland produziert wurden). Swiss Made hingegen steht beispielsweise für in der Schweiz entwickelt UND hergestellt
  • Wie streng sind das individuelle Produkt und der Hersteller zertifiziert? Hier gilt es auch zwischen "einfach" erhältlichen Zertifizierungen wie GMP oder ISO 9001 zu unterscheiden und anspruchsvollen Zertifizierungen wie beispielsweise FSSC 22000
  • Wurde das Produkt von einem unabhängigen Labor getestet
  • Sind die enthalten Inhaltsstoffe in dieser Form zugelassen und ist die angegeben Wirkungsauslobung zulässig
  • Sind unnötige Füll- Süss- oder Farbstoffe enthalten

Im Zweifelsfall ist es ratsam, vor dem Kauf in der Apotheke, Drogerie oder bei dem/der Therapeuten/in bzw. Arzt/Ärztin des Vertrauen nachzufragen.

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